Lange war es kalt und grau und dann passiert doch jedes Jahr das Wunder des Frühlingserwachens aufs Neue. Morgens hört man wieder die Vögel zwitschern und wenn es etwas wärmer wird, fängt es auch wieder mit dem Summen und Brummen an.

Die ersten Gäste sind die dicken Hummeln, die auch schon bei niederen zweistelligen Temperaturen ihre ersten Ausflüge machen. Dann fliegen weitere Wildbienen, denen man auch unterschiedliche Nisthilfen anbieten kann, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Diese Arten sind zwar oft unscheinbar, verrichten aber einen größten Teil der Bestäubungs-Arbeit.
Und dann haben wir natürlich auch die Honigbienen der Imker. Und damit sind wir wieder beim Thema der Regionalität und Vertrauen in ein Produkt. Lange hieß es, dass in Osteuropa einfach günstiger produziert wird. Aber mal ehrlich: Das Glas mit fast 2 Kilo Honig für 12 €? Hinter vorgehaltener Hand war da immer Getuschel, dass da doch nicht alles Honig ist, was im Glas ist und irgendwann kamen neue Tests auf den Markt, die dann wieder gezeigt haben, dass der Honig ganz oft nur so rein ist, wie der aktuelle Test es ihm abverlangt.
Anders ausgedrückt, die Qualität passt sich dem an, was aktuell an Abweichungen auch festgestellt werden kann. Und damit kommen wir zur Gretchenfrage: Will man wissen, was man sich selber zuführt – oder lässt man diese Entscheidung lieber den Geldbeutel fällen und sagt sich, dass das bestimmt schon alles seine Richtigkeit hat.
Wir hatten über viele Jahre die Bienen eines Imkers aus dem Ort auf unseren Wiesen. Damit sind auch alle gut gefahren, denn der Imker wusste, dass seine Bienen bei uns gut aufgehoben sind. Wir hatten dafür neben den Wildbienen fleißige Helfer in der Nähe, denen wir mit den Blüten auf Wiesen und Bäumen Angebote gemacht haben.

Was die Kerlchen dann an Angebot gewählt haben, war ihnen überlassen, aber eigentlich konnte sich keiner beklagen. Der Imker zog dann leider nach Baden-Württemberg und es herrschte ein Jahr Stille auf der Wiese.
Am Ende des Jahres gab es immer ein paar Gläschen Honig als Deputat und man wusste, was man da vor sich hatte. Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit Rebecca Pfeiffer wieder jemanden gefunden haben, dem das Plätzchen zusagt.

Und ja, man kann auch mal gestochen werden. Aber das passiert eigentlich nur, wenn man allzu schnelle Bewegungen nah oder direkt vor dem Flugloch der Damen macht. Das Raushacken von Brombeeren in diesem Bereich sollte man daher auf die Zeit nach Sonneruntergang verschieben oder sich mit dem Imker seinens Vertrauens besprechen.
In diesem Sinne – gönnt euch mal einen Honig aus der Umgebung, ganz ohne Tricks und Hilfsmittel. Ist zwar deutlich teurer, aber man schmeckt den Unterschied!

